Bei herrlichstem Fußballwetter trafen auf einem perfekten Grün am Bruchweg zwei offensivstarke Mannschaften aufeinander und lieferten sich einen wunderbar anzuschauenden Schlagabtausch, den am Ende die Dritte des gastgebenden SV Herta 23 mit 5:3 gegen BW Post II für sich entschied. So könnte man einen Artikel zum heutigen Spiel einleiten, wobei das leider doch etwas an der Realität vorbei gehen würde. In Wirklichkeit war das Wetter unter aller Sau, der Rasenplatz matschig und glatt, der Autor dieser Zeilen wurde so nass wie seit Jahren nicht mehr und das Offensivspektakel war eher ein durch viele individuelle Fehler selbst ruiniertes Spiel auf ein Tor. Aber der Reihe nach!
Von Beginn an übernahm die Post-Reserve das Kommando und spielte im neuen 3-6-1-System nach vorne, nur um nach dem ersten Eckball der Gastgeber mit 0:1 ins Hintertreffen zu geraten. Trotzdem ging es weiter munter auf das Tor der Hertaner zu, wo kurz nacheinander Robin Armborst am Pfosten, Dino Lionti am Schlußmann, sowie David Maus und Benjamin Behlert an der Torlinie der libanesischen Elf scheiterten (na gut, ihre Bälle wurden in höchster Not von der Linie gekratzt). Nach einer halben Stunde der zweite Nackenschlag: Ein Ballverlust bei eigener Vorwärtsbewegung überraschte alle Postler und nach einem schönen Flügelwechsel mit abschließendem Torerfolg stand es 0:2. Kurz vor der Pause – weiterhin spielte Post schön und direkt nach vorne, vergab aber reihenweise gute Chancen – segelten alle Blauweißen erneut an einem Freistoß vorbei und schon ging es mit einem 0:3 in die Kabinen. Ein Ergebnis, das den Spielverlauf in keinster Weise wiederspiegelte.
Mainz hatte es gestern vorgemacht, die Post-Reserve wollte es den Profis nachmachen, doch weiterhin schien das Tor der nun konditionell stark nachlassenden Hertaner wie verrammelt. Mit sechs, sieben Akteuren am eigenen Sechzehner ließen die Gastgeber Post anlaufen – und immer wieder auflaufen. Ein Abwehrschnitzer sorgte dann für das 0:4, eine der wenigen Kontergelegenheiten für das Heimteam im zweiten Durchgang. Erst der eingewechselte Caan Rafail brach den Bann und traf in der 70. Minute endlich dorthin, wo der Ball vorher schon gefühlte zehn, fünfzehn Mal hätte landen sollen, zum Teil hätte landen müssen. Post warf nun alles nach vorne, löste den Libero auf und prompt traf Maus zum 2:4 (75.). Ein Hertaner hatte keine Lust mehr, sich von seinem Spielführer einteilen zu lassen und verließ wütend den Platz. Fünfzehn Minuten und gegen zehn keuchende Gastgeber – da ging noch was! Doch ein schneller Konter der Hertaner wurde kurz darauf durch eine – in den Augen des Schiedsrichters – zu robuste Vorgehensweise von Robert Lehmann gegen Ball und Gegner unterbunden: Elfmeter. Mit dem folgenden 2:5 (80.) schwand für einen Moment die Hoffnung, doch der kurz zuvor eingewechselte Marlon Fröse verkürzte mit seinem ersten Ballkontakt noch einmal für Post (82.), das sich nie aufgab und immer weiter anrannte.
Doch am Ende fehlte die Zeit, um das Spiel noch vollends zu drehen. Drei Tore geschossen, aber durch dumme Fehler deren fünf kassiert. Das machte es für das Trainerteam schwer, die mit Abstand beste Offensivleistung seit langem zu verkaufen. Bei normaler Chancenverwertung hätte das Endergebnis gut und gerne 8:5 für die Post-Reserve lauten können. Aber für hätte, wenn und aber gibt es eben – genau – null Punkte. In der kommenden Woche erwartet Post II nun den FC Erkenschwick II an der Langen Wanne.
Post II:
T. Homann – Schneider (65. Rafail), M. Homann (30. Lehmann), M. Behlert – Debogorski, Putzka, Maus, Armborst, Dag, Lionti – B. Behlert (81. Fröse)
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